{"id":36,"date":"2018-11-24T13:12:26","date_gmt":"2018-11-24T12:12:26","guid":{"rendered":"https:\/\/kritischesgedenken.wordpress.com\/?page_id=32"},"modified":"2025-12-13T13:29:00","modified_gmt":"2025-12-13T12:29:00","slug":"aktuelles","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/","title":{"rendered":"Aktuelles"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_2931-1-819x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-645\" style=\"width:349px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_2931-1-819x1024.jpg 819w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_2931-1-240x300.jpg 240w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_2931-1-768x960.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_2931-1-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/12\/IMG_2931-1.jpg 1638w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke.<br>Rechten Terror erinnern und bek\u00e4mpfen!<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Samstag, 20.12.2025, 18:30 Uhr<br>Hugenottenplatz, Erlangen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>45 Jahre ohne Frida Poeschke und Shlomo Lewin. Am 19. Dezember 1980 wurden die beiden aus antisemitischen Motiven in Erlangen ermordet. Der T\u00e4ter: Burschenschafter und Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. Die Ermittlungsbeh\u00f6rden zogen einen antisemitischen Hintergrund lange Zeit nicht in Betracht, die Erlanger Stadtgesellschaft kehrte recht schnell zum Alltag zur\u00fcck. Shlomo Lewin und Frida Poeschke gerieten daraufhin lange in Vergessenheit. Das erst 2010 wieder einsetzende Gedenken seitens der Stadt Erlangen war immer wieder von Entpolitisierung gepr\u00e4gt. Dagegen richten sich seit 2012 antifaschistische Gruppen mit einer j\u00e4hrlichen Gedenkkundgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>In den letzten drei Monaten haben wir gemeinsam mit dem K\u00fcnstler:innenkollektiv \u201eZentrale f\u00fcr\u201c einen Raum gestaltet und betrieben, der den Doppelmord und die jahrzehntelange Verharmlosung von Antisemitismus und rechtem Terror mitten in die Erlanger Innenstadt trug. Er bot Platz f\u00fcr Fragen, Austausch, Gedenken, Recherche, Bildung und Vernetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun wollen wir mit dem Gedenken an Frida Poeschke und Shlomo Lewin auch die Fragen aus dem Raum mit euch auf die Stra\u00dfe tragen. Klagen wir gemeinsam die gesellschaftlichen Zust\u00e4nde an, die rechten Terror weiterhin erm\u00f6glichen!<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen Antisemitismus und Rassismus. Solidarit\u00e4t mit allen Betroffenen rechter Gewalt! Kommt mit uns auf die Stra\u00dfe!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an die Kundgebung findet die Finissage der Ausstellung im Erinnerungsraum (Goethestra\u00dfe 29) statt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Aufruf der initiative kritisches gedenken und der Gruppe Antithese.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_01-819x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-603\" style=\"width:338px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_01-819x1024.jpg 819w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_01-240x300.jpg 240w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_01-768x960.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_01-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_01-1638x2048.jpg 1638w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_01-scaled.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Was bleibt, wenn es gewesen ist?&#8220;<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Erinnerungsraum und Ausstellung der <em>initiative kritisches gedenken<\/em> &amp; der Zentrale f\u00fcr B\u00fcrger*innenanliegen in Sachen Frida Poeschke und Shlomo Lewin<\/strong><br><strong>29.10.-20.12.2025<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Am 19.12.1980 wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen von einem Rechtsterroristen der Wehrsportgruppe Hoffmann aus antisemitischen Motiven ermordet. Jahrzehntelang wurde die Erinnerung an die Tat weithin verdr\u00e4ngt, historische Spuren wurden verstreut und versch\u00fcttet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Foerder_02-819x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-609\" style=\"width:339px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Foerder_02-819x1024.jpg 819w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Foerder_02-240x300.jpg 240w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Foerder_02-768x960.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Foerder_02-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Foerder_02-1638x2048.jpg 1638w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Foerder_02-scaled.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Im Verlauf unserer Erinnerungsarbeit als <em>initiative kritisches gedenken<\/em> haben wir gegraben und ein kleines Archiv solcher historischer Spuren angelegt, die die Jahrzehnte \u00fcberdauert haben und gesichert werden konnten. Ausgehend von dieser archivischen Zeitkapsel setzen sich die K\u00fcnstler*innen der Zentrale f\u00fcr kritische B\u00fcrger*innenanliegen mit der Tat, ihren Bedingungen und dem gesellschaftlichen Umgang damit auseinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ausstellung Was bleibt, wenn es gewesen ist? weist mit den gezeigten Fundst\u00fccken und Fragmenten aus der Zeitkapsel auch auf Leerstellen in der \u00dcberlieferung hin, die ebenso interpretationsbed\u00fcrftig sind wie die Spuren selbst. Denn Erinnerung basiert nicht nur auf Wissen, sondern auch auf (Deutungs-)Macht und Interessen. Es geht folglich nicht nur darum, was erinnert oder vergessen gemacht wird, sondern auch darum, wie erinnert oder ausgelassen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>So er\u00f6ffnet die Ausstellung einen Raum f\u00fcr Erinnerung an eine rechte Gewalttat als Teil der Erlanger Stadtgeschichte, aber auch einen Raum daf\u00fcr, gemeinsam zu fragen, wie ein kritisches und widerst\u00e4ndiges Erinnern und Gedenken heute aussehen muss, wenn die Geschichte rechter Gewalt gegenw\u00e4rtig unabgeschlossen bleibt. Dieser Erinnerungsraum wird durch ein Rahmenprogramm genutzt und erg\u00e4nzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00d6ffnungszeiten des Raumes und der Ausstellung <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>29.10. &#8211; 20.12.2025<\/strong><br>Mittwoch, 16:30 &#8211; 19:30 Uhr<br>Samstag, 14:00 &#8211; 17:00 Uhr<br>Sonntag, 14:00 &#8211; 17:00 Uhr<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"819\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Vernissage-1-819x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-607\" style=\"width:342px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Vernissage-1-819x1024.jpg 819w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Vernissage-1-240x300.jpg 240w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Vernissage-1-768x960.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Vernissage-1-1229x1536.jpg 1229w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Vernissage-1-1638x2048.jpg 1638w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/WasWenn_Insta_Vernissage-1-scaled.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einladung zur Vernissage <\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Mittwoch, 29. Oktober 2025 \u00b7 18:00 Uhr<br>Goethestra\u00dfe 29, 91054 Erlangen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein barrierearmer Zugang ist vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir laden dazu ein mit uns gemeinsam die Ausstellung zu er\u00f6ffnen. Anschlie\u00dfend wird es Getr\u00e4nke und H\u00e4ppchen geben.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Wir freuen uns auf Euer Kommen und den gemeinsamen Austausch!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Begleitprogramm<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Projekt-Website: <a href=\"https:\/\/was-wenn.info\/\">was-wenn.info<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Weitere Infos und Partner:innen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PM_Ausstellung_Kritisches_Gedenken.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/PM_Ausstellung_Kritisches_Gedenken.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pressemitteilung zur Ausstellung &#8222;Was bleibt, wenn es gewesen ist?&#8220; (PDF)<\/a> <\/li>\n\n\n\n<li>K\u00fcnstler:innenkollektiv &#8222;Zentrale f\u00fcr&#8220;: <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/zentrale_fuer\/\">instagram.com\/zentrale_fuer<\/a><\/li>\n\n\n\n<li>Illustrationen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/jsn.hs\/\">instagram.com\/jsn.hs<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Pressespiegel<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.radio-z.net\/hier-gibt-es-so-viele-dinge-die-einfach-falsch-sind-ausstellung-ueber-den-antisemitischen-mord-an-shlomo-lewin-und-frida-poeschke-in-erlangen-67294\">&#8222;\u00abHier gibt es so viele Dinge, die einfach falsch sind\u00bb &#8211; Ausstellung \u00fcber den antisemitischen Mord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen&#8220;<\/a> Radiobeitrag von Radio Z vom 3.11.2025<\/li>\n\n\n\n<li><a href=\"https:\/\/www.nn.de\/erlangen\/vertuscht-und-verdrangt-ausstellung-erinnert-an-rechtsextremen-doppelmord-in-erlangen-1.14887652\">&#8222;Vertuscht und verdr\u00e4ngt: Ausstellung erinnert an rechtsextremen Doppelmord in Erlangen&#8220;<\/a> Artikel der Erlanger Nachrichten vom 1.11.2025 (Paywall)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einlassvorbehalt f\u00fcr den Raum, die Vernissage, die Ausstellung und alle Begleitveranstaltungen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltenden behalten sich gem. \u00a7 6 VersG \/ Art. 10 BayVersG vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Organisationen angeh\u00f6ren, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtenden \u00c4u\u00dferungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zu den R\u00e4umlichkeiten und\/oder zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Datei_000-300x300.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-592\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Datei_000-300x300.png 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Datei_000-1024x1024.png 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Datei_000-150x150.png 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Datei_000-768x768.png 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Datei_000.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gedenkdemonstration 2024<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke am 19.12.24 um 17:00 Uhr &#8211; Ecke Hauptstra\u00dfe\/S\u00fcdliche Stadtmauerstra\u00dfe<\/h3>\n\n\n\n<p>Vor 44 Jahren, am 19. Dezember 1980, wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen Opfer eines antisemitischen Mordanschlags. Der T\u00e4ter war Burschenschafter und Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. In der Mehrheitsgesellschaft blieb ein \u00f6ffentlicher Aufschrei aus und die Ermittlungsbeh\u00f6rden zogen ein antisemitisches Tatmotiv lange Zeit nicht in Betracht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Geschichte rechter Gewalt, die kein Einzelfall ist. Mindestens 293 weitere Menschen wurden seit dem 19.12.1980 von Rechten ermordet. Mindestens 293 Mal h\u00e4tte dies verhindert werden k\u00f6nnen. Mindestens 293 Mal kam es zu einer Katastrophe, die nicht zum Anlass genommen wurde, die Verh\u00e4ltnisse, die diese Menschen zu Opfern gemacht haben, zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen sind in den vergangenen Jahren rechte und antisemitische Positionen bis in die Breite der Gesellschaft immer weiter normalisiert und in den Parlamenten enttabuisiert worden. Rechte, rassistische und antisemitische Stra\u00dfengewalt ist seit Jahrzehnten Alltag und nimmt in gesellschaftlichen Krisensituation zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Das muss aufh\u00f6ren!<\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. Dezember 2024 wollen wir diesen Zust\u00e4nden gemeinsam entschieden entgegentreten. In Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke wollen wir unsere Solidarit\u00e4t mit allen J\u00fcdinnen und Juden und mit Betroffenen rechter Gewalt auf die Stra\u00dfe tragen. Schlie\u00dft Euch unserer Demonstration an!<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an den Demonstrationszug ist die Kellerb\u00fchne des <a href=\"https:\/\/www.e-werk.de\/\">Kulturzentrums E-Werk e.V.<\/a> f\u00fcr uns zum Aufw\u00e4rmen und f\u00fcr Austausch ge\u00f6ffnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gegen das Vergessen. Gegen den antisemitischen Normalzustand.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2024_Sharepic_Offener_Brief-300x300.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-547\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2024_Sharepic_Offener_Brief-300x300.png 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2024_Sharepic_Offener_Brief-1024x1024.png 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2024_Sharepic_Offener_Brief-150x150.png 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2024_Sharepic_Offener_Brief-768x768.png 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2024\/04\/2024_Sharepic_Offener_Brief.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gegen das Vergessen.<br>Offener Brief zum Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke an Dr. Florian Janik, den Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Erlangen <\/h2>\n\n\n\n<p>Am 29.04.2024 richteten wir von der <em>initiative kritisches gedenken e.V.<\/em> uns in einem offenen Brief an den Erlanger Oberb\u00fcrgermeister Florian Janik. Gemeinsam mit zahlreichen Verb\u00e4nden und Einzelpersonen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen fordern wir darin eine Umbenennung von Stra\u00dfennamen und die Schaffung eines Gedenkortes in Erlangen. Die Bismarckstra\u00dfe soll in Shlomo-Lewin-Stra\u00dfe, der Lorlebergplatz in Frida-Poeschke-Platz umbenannt werden. Au\u00dferdem soll der st\u00e4dtische Beschluss zur Neugestaltung eines Gedenkorts f\u00fcr Frida Poeschke und Shlomo Lewin umgesetzt werden. <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/?page_id=527\" data-type=\"page\" data-id=\"527\">Weitere Informationen, (Erst-)Unterzeichner*innen und der Brief im Volltext<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>M\u00f6chtest auch du unser Anliegen unterst\u00fctzen und den offenen Brief unterzeichnen? Dann schreibe uns eine Mail an <a href=\"mailto:kontakt@kritischesgedenken.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">kontakt@kritischesgedenken.de<\/a> mit dem Betreff \u201cOffener Brief\u201d sowie deinem Namen, gerne auch mit deiner Funktion\/Berufsbezeichnung und deinem Wohnort.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/5-300x300.png\" alt=\"Wir fordern:\nShlomo-Lewin-Stra\u00dfe statt Bismarckstra\u00dfe!\nFrida-Poeschke-Platz statt Lorlebergplatz!\" class=\"wp-image-504\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/5-300x300.png 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/5-1024x1024.png 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/5-150x150.png 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/5-768x768.png 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/5.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gegen das Vergessen.<br>Wir fordern:<br>Shlomo-Lewin-Stra\u00dfe statt Bismarckstra\u00dfe!<br>Frida-Poeschke-Platz statt Lorlebergplatz!<\/h2>\n\n\n\n<p>Gestern, am 19.12.2023,  waren gut 150 Menschen gemeinsam mit uns auf der Stra\u00dfe, um an Shlomo Lewin und Frida Poeschke zu erinnern. Wir haben dazu im Nachgang eine <a href=\"http:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Initiative_Kritisches_Gedenken_Umbenennung_Pressemitteilung_2023.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"http:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Initiative_Kritisches_Gedenken_Umbenennung_Pressemitteilung_2023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pressemitteilung<\/a> ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. Dezember 1980 wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke Opfer eines antisemitischen Mordanschlags. Der T\u00e4ter war Burschenschafter und Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann.<br>In der Mehrheitsgesellschaft blieb ein \u00f6ffentlicher Aufschrei aus. Die Ermittlungsbeh\u00f6rden zogen ein antisemitisches Tatmotiv lange Zeit nicht in Betracht.<br>Bis heute gibt es kein w\u00fcrdiges Gedenken in Erlangen. Die Lewin-Poeschke-Anlage bietet keinerlei Informationen \u00fcber die anti-semitischen und neonazistischen Hintergr\u00fcnde des Doppelmordes, entpolitisiert die Tat und schiebt das Gedenken an den Rand der Innenstadt. Eine vom Stadtrat beschlossene Neugestaltung l\u00e4sst seit drei Jahren auf sich warten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schluss mit falschem Heldengedenken!<\/strong><br>\u200b\u200b\u200b\u200b\u200bBismarck war Antidemokrat und ein zentraler Erm\u00f6glicher des deutschen Kolonialismus, Lorleberg war \u00fcberzeugter Offizier im Angriffskrieg der Wehrmacht. Beiden wird in Erlangen mit zentralen Stra\u00dfen gedacht. Nach diesen beiden &#8222;gro\u00dfen M\u00e4nnern&#8220; Stra\u00dfen zu benennen, mystifiziert Geschichte und blendet die Opfer ihrer Entscheidungen und Handlungen aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wir fordern:<\/strong><br>Shlomo-Lewin-Stra\u00dfe statt Bismarckstra\u00dfe!<br>Frida-Poeschke-Platz statt Lorlebergplatz!<\/p>\n\n\n\n<p>Und wir fordern einen w\u00fcrdigen Gedenkort f\u00fcr Shlomo Lewin und Frida Poeschke. Einen Ort, der sie als Personen ebenso sichtbar macht, wie ihren Einsatz f\u00fcr j\u00fcdisches Leben, gegen Neonazis und Antisemitismus. Einen Gedenkort, der den antisemitischen und neonazistischen Hinter-grund ihrer Ermordung benennt, anstatt den Mord zu entpolitisieren. Einen Ort, der auch das Versagen der Erlanger und der deutschen Mehrheitsgesellschaft, ihre Blindheit f\u00fcr antisemitischen und rechten Terror damals und heute nicht verschweigt. Einen Ort, der zur Auseinandersetzung mit der Kontinuit\u00e4t rechter und antisemitischer Gewalt anregt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gegen das Vergessen.<br>Gegen den rechten Terror.<br>Gegen den antisemitischen Normalzustand.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr eine Gesellschaft, in der alle ohne Angst verschieden sein k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li class=\"has-small-font-size\"><a href=\"http:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Initiative_Kritisches_Gedenken_Umbenennung_Pressemitteilung_2023.pdf\" data-type=\"link\" data-id=\"http:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Initiative_Kritisches_Gedenken_Umbenennung_Pressemitteilung_2023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Pressemitteilung &#8222;Demonstration in Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke&#8220; vom 19.12.2023 (PDF)<\/a><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/signal-2023-12-03-161640-300x300.png\" alt=\"Das Bild zeigt Shlomo Lewin und Frida Poeschke und ruft zur Gedenkveranstaltung auf\" class=\"wp-image-430\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/signal-2023-12-03-161640-300x300.png 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/signal-2023-12-03-161640-1024x1024.png 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/signal-2023-12-03-161640-150x150.png 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/signal-2023-12-03-161640-768x768.png 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/signal-2023-12-03-161640.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gedenkdemonstration 2023<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">In Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke am 19.12.2023 um 17.30 Uhr am Lorlebergplatz in Erlangen<\/h3>\n\n\n\n<p>Vor dreiundvierzig Jahren, am 19. Dezember 1980, wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen Opfer eines antisemitischen Mordanschlags. Der T\u00e4ter Uwe Behrendt war Burschenschafter und Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. In der Mehrheitsgesellschaft blieb ein \u00f6ffentlicher Aufschrei aus&nbsp;und die Ermittlungsbeh\u00f6rden haben ein antisemitisches Tatmotiv lange Zeit nicht in Betracht gezogen. Normalit\u00e4t in Deutschland im Jahr 1980.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Normalit\u00e4t heute ist auch, dass sich nach dem Massaker der Hamas am 7.10.2023 keine Welle der Solidarit\u00e4t, sondern ein antisemitisches Lauffeuer aus allen Seiten der Gesellschaft entfacht hat. Am 7. Oktober starben mehr J\u00fcdinnen und Juden als an jedem anderen Tag seit der Shoah. Bereits kurz nach dem Massaker wurde weltweit der antisemitische Terror offen als islamistischer Jihad, als \u201eBefreiungskampf\u201c, \u201eWiderstand\u201c oder als Akt der \u201eDekolonisierung\u201c begr\u00fc\u00dft. In Deutschland sind in diesem Zuge die antisemitischen Straf- und Gewalttaten sprunghaft angestiegen, sodass sich seit dem 7. Oktober die Gefahrenlage f\u00fcr J\u00fcdinnen und Juden massiv versch\u00e4rft hat. Antisemitische Parolen, k\u00f6rperliche \u00dcbergriffe, Markierungen an H\u00e4usern in denen angeblich J\u00fcdinnen und Juden wohnen und Angriffe auf Synagogen und Gedenkst\u00e4tten sind Teil der deutschen Normalit\u00e4t. Gleichzeitig wird dieses Klima von vielen, unter anderem f\u00fchrenden deutschen Politiker*innen, zum Anlass genommen, den eigenen Antisemitismus abzuspalten und mit dem Narrativ des &#8222;importierten Antisemitismus&#8220; rassistische Ideologie und Politik bis hin zu Abschiebungen zu legitimieren. Das ist bestenfalls selektive Antisemitismusbek\u00e4mpfung, bleibt aber als solche zweifelhaft wenn man gleichzeitig beste Gesch\u00e4ftsbeziehungen zu den Regierungen in Katar, dem Iran oder der T\u00fcrkei unterh\u00e4lt und deutsche Antisemit*innen mehrheitlich ignoriert.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese antisemitischen und rassistischen Zust\u00e4nde sind nicht alternativlos. Wir wollen ihnen deshalb am 19.12.2023 entschieden entgegentreten. Zusammen wollen wir Shlomo Lewin und Frida Poeschke ein w\u00fcrdiges Gedenken schaffen und dar\u00fcber auch unsere Solidarit\u00e4t mit allen J\u00fcdinnen und Juden auf die Stra\u00dfe tragen, die antisemitischer Gewalt ausgesetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommt zahlreich und schlie\u00dft euch dem Gedenken und der Demonstration an!&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen das Vergessen. Gegen den antisemitischen Normalzustand.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausgew\u00e4hltes aus 2022 und 2023<\/h2>\n\n\n<div class=\"wp-block-image wp-duotone-000000-abb7c269-1\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"466\" height=\"466\" src=\"http:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/halle3.png\" alt=\"Cover des Buches &quot;Der Halle-Prozess: Hintergr\u00fcnde und Perspektiven&quot; \" class=\"wp-image-462\" style=\"width:200px\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/halle3.png 466w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/halle3-300x300.png 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/halle3-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beitrag f\u00fcr Sammelband zum Halle-Prozess<\/h3>\n\n\n\n<p>Zu dem Sammelband <a href=\"https:\/\/spectorbooks.com\/book\/der-halle-prozess-hintergruende-und-perspektiven\">&#8222;Der Halle-Prozess: Hintergr\u00fcnde und Perspektiven&#8220;<\/a> haben wir einen Beitrag beigesteuert, in welchem wir unsere <a href=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/?page_id=53\" data-type=\"page\" data-id=\"53\">Thesen zum Gedenken als Kritik<\/a> neu verhandelt haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Sammelband beleuchtet Aspekte des juristischen Verfahrens gegen den rechtsterroristischen T\u00e4ter des Anschlags in Halle (Saale) am 9. Oktober 2019 und dar\u00fcber hinaus Hintergr\u00fcnde der Tat und Dimensionen der Betroffenheit. Interviews, Essays und wissenschaftliche Beitr\u00e4ge bieten Zug\u00e4nge und er\u00f6ffnen Perspektiven: Welche Ber\u00fccksichtigung m\u00fcssen der Antifeminismus und die Frauenfeindlichkeit des Anschlags finden? Welche Bedeutung hat die Praxis, den Namen des T\u00e4ters nicht zu nennen? Welche Rollen spielen kritisches Erinnerung und Gedenken? Wie finden wir Formen praktischer Solidarit\u00e4t gegen Antisemitismus und Rassismus?<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ab6765630000ba8a56c424b0e3435188c83b232f-300x300.jpg\" alt=\"Titelbild des Podcasts &quot;Doing Memory&quot; Zu sehen sind der Untertitel &quot;F\u00fcr eine plurale Gesellschaft&quot; sowie die beide moderierenden Personen Tanja Thomas und Fabian\" class=\"wp-image-454\" style=\"width:200px\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ab6765630000ba8a56c424b0e3435188c83b232f-300x300.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ab6765630000ba8a56c424b0e3435188c83b232f-150x150.jpg 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ab6765630000ba8a56c424b0e3435188c83b232f.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Podcast-Folge &#8222;Doing Memory&#8220;<\/h3>\n\n\n\n<p>Beim Podcasts &#8222;Doing Memory. F\u00fcr eine plurale Gesellschaft&#8220; waren wir in der Folge <a href=\"https:\/\/doing-memory.de\/lewin-poeschke\/\">&#8222;Umkehr von T\u00e4ter und Opfer \u2013 Erinnerung an die Ermordung von Shlomo Lewin und Frida Poeschke<\/a>&#8220; zu Gast und haben \u00fcber den Doppelmord, unsere Arbeit und Gedenken als Kritik gesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Podcast-Reihe &#8222;Doing Memory&#8220; sprechen Tanja Thomas und Fabian Virchow mit Menschen \u00fcber ihre Erfahrungen mit rechter Gewalt und das Erinnern, \u00fcber Schmerz und Missachtung und prek\u00e4re Bedingungen in der Erinnerungsarbeit. Im Podcast geht es aber auch um Protest und Mut, Kunst, Musik und Poesie. Die Gespr\u00e4chspartner:innen sind Aktivist:innen, Betroffene, Journalist:innen, K\u00fcnstler:innen und Forscher:innen. Jede Folge beleuchtet ein Ereignis rechter Gewalt, erinnert an die Opfer und Betroffenen und thematisiert Besonderheiten der damit verbundenen Erinnerungsarbeit.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/tribunal-300x300.png\" alt=\"Ein Werbebild f\u00fcr das NSU-Tribunal in N\u00fcrnberg 2022. Es tr\u00e4gt die Schlagworte &quot;Anerkennen. Aufkl\u00e4ren. Ver\u00e4ndern&quot; sowie Ort und Termin der Veranstaltung\" class=\"wp-image-455\" style=\"width:200px\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/tribunal-300x300.png 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/tribunal-150x150.png 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/tribunal.png 655w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Workshop zu kritischem Gedenken auf dem NSU-Tribunal<\/h3>\n\n\n\n<p>Auf dem Tribunal <a href=\"https:\/\/www.nsu-tribunal.de\/\">&#8222;NSU-Komplex aufl\u00f6sen!&#8220;<\/a> vom 3.-5. Juni 2022 in N\u00fcrnberg haben wir gemeinsam mit der Erinnerungsgruppe M\u00fcnchen einen Workshop mit dem Titel &#8222;Wie kann Gedenken kritisch bleiben? Vernetzungsworkshop von Gedenk-Initiativen&#8220; durchgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis heute ist die versprochene \u201el\u00fcckenlose Aufkl\u00e4rung\u201c im NSU-Komplex weit entfernt. Initiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der NSU-Mord- und Anschlagserie solidarisch verbunden sind, entwickelten die Idee eines Tribunals, das diese Leerstelle besetzt. Der NSU-Komplex wird dabei gedacht als ein Kristallisationspunkt strukturellen Rassismus. Das Tribunal ist damit ein Ort der gesellschaftlichen Anklage von Rassismus. Die Berichte der Betroffenen und Angeh\u00f6rigen stehen im Mittelpunkt. Ihre Geschichte gilt es zu h\u00f6ren und zu verstehen. Angeklagt werden die Akteur*innen des NSU-Komplex mitsamt ihrer institutionellen Einbettung. Beklagt werden die Opfer rassistischer Gewalt und das entstandene Leid. Eingeklagt wird das Prinzip einer offenen, durch Migration entstandenen Gesellschaft der Vielen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-2-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/signal-2022-12-10-234323_002-300x300.jpeg\" alt=\"Aufruf zur Demo\" class=\"wp-image-420\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/signal-2022-12-10-234323_002-300x300.jpeg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/signal-2022-12-10-234323_002-150x150.jpeg 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/signal-2022-12-10-234323_002-768x768.jpeg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/signal-2022-12-10-234323_002-1024x1024.jpeg 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/signal-2022-12-10-234323_002.jpeg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">In Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gedenkdemonstration am 19.12.2022 um 16.30 Uhr &#8211; Be\u015fikta\u015f-Platz  <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor zweiundvierzig Jahren, am 19. Dezember 1980, wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen Opfer eines antisemitischen Mordanschlags. Der T\u00e4ter Uwe Behrendt war Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. In der Stadtgesellschaft hat die Tat nur wenig \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit erhalten und die Ermittlungsbeh\u00f6rden haben ein antisemitisches Tatmotiv lange Zeit nicht in Betracht gezogen. Normalit\u00e4t in Deutschland im Jahr 1980.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern (RIAS Bayern) z\u00e4hlte f\u00fcr das Jahr 2021 rund 82 Prozent mehr antisemitische Vorf\u00e4lle als im Jahr zuvor &#8211; insgesamt 447. Sie geh\u00f6ren in Bayern und auch in Deutschland weiterhin zur Normalit\u00e4t. Antisemitische Taten sind so normal, dass die Sch\u00fcsse auf das Rabbinerhaus bei der Alten Synagoge in Essen Mitte November zwar schnell zur erwartbaren \u00f6ffentlichen Emp\u00f6rungsroutine gef\u00fchrt hatten, aber genauso schnell aus dieser \u00d6ffentlichkeit auch wieder verschwanden. Eben diese Normalit\u00e4t ist es, die uns weiterhin verst\u00f6ren muss. Und deshalb wollen wir sie st\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Und so schlie\u00dfen wir &#8211; die initiative kritisches gedenken und die Gruppe Antithese &#8211; unserer Gedenkkundgebung in diesem Jahr eine Demonstration an, die im beschaulichen Vorweihnachtsbummel in der Erlanger Innenstadt genau das sein soll: ein St\u00f6rfaktor.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir wollen den get\u00f6teten Menschen &#8211; Shlomo Lewin und Frida Poeschke &#8211; ein w\u00fcrdiges Gedenken schaffen. Und wir wollen die Zust\u00e4nde anklagen, die rechten Terror und antisemitisch motivierte Taten erm\u00f6glicht haben und immer wieder erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommt zahlreich und schlie\u00dft euch dem Gedenken und der Demonstration an!&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen das Vergessen und die Kontinuit\u00e4t rechten Terrors. Gegen deutsche Normalit\u00e4t. Gegen jeden Antisemitismus! <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"295\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2978-300x295.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-424\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2978-300x295.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2978-768x756.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2978-1024x1009.jpg 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/12\/IMG_2978.jpg 1125w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Erscheinungsformen des modernen Antisemitismus &#8211; Vortrag und Diskussion mit Nina Rabuza <\/h2>\n\n\n\n<p><strong>16. Dezember 2022, 19 Uhr im Zentrum Wiesengrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Antisemitismus ist Teil des deutschen Alltags. Er manifestiert sich als offener Hass auf J\u00fcdinnen und Juden, wie in dem antisemitischen Terroranschlag 2019 in Halle; aber auch in Karikaturen, die antisemitische Bildsprachen nutzen, in Verschw\u00f6rungstheorien oder als \u201eIsraelkritik\u201c. Ob eine \u00c4u\u00dferung oder eine Darstellung antisemitisch ist, ist h\u00e4ufig umstritten, insbesondere dann, wenn sie von Menschen stammen, die nicht der rechten oder neonazistischen Szene angeh\u00f6ren. Antisemitische Einstellungen sind aber nicht nur ein Ph\u00e4nomen in der politischen Rechten, sondern finden sich in einem breiten politischen Spektrum und in allen gesellschaftlichen Schichten. Antisemitismus ist dabei mehr als ein Vorurteil. Er dient als Welterkl\u00e4rungsmodell, das &#8222;die Juden&#8220; verantwortlich macht f\u00fcr gesellschaftliche Probleme und politische Konflikte. In dem Einf\u00fchrungsvortrag werden aktuelle und historische Erscheinungsformen des Antisemitismus thematisiert und diskutiert, welche gesellschaftliche Funktion der Antisemitismus in der Moderne einnimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nina Rabuza forscht zu Kritischer Gesellschaftstheorie, Erinnerungsarbeit und Theorien des Antisemitismus. Sie hat u.a. zu Antisemitismus und queer theory publiziert.<br><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">THE POWER OF SAYING NO &#8211;  Kunst, Bildung und Aktivismus im Kontext antifaschistischen Gedenkens <\/h2>\n\n\n\n<p>Mit Talya Feldman und B\u00ee\u015fenk Ergin haben wir im Mai 2022 \u00fcber Kunst, Bildung und Aktivismus im Kontext antifaschistischen Gedenkens gesprochen. Zu Wort kommen au\u00dferdem verschiedene antifaschistische Gedenkinitiativen. Die Videoaufzeichnung der Veranstaltung im Staatstheater N\u00fcrnberg findet ihr jetzt auf unserem YouTube-Kanal:  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"THE POWER OF SAYING NO \u2013 Kunst, Bildung und Aktivismus im Kontext antifaschistischen Gedenkens\" width=\"1170\" height=\"658\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KmFNvc3fEd0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">THE POWER OF SAYING NO &#8211;  Kunst, Bildung und Aktivismus im Kontext antifaschistischen Gedenkens<\/h2>\n\n\n\n<p>Veranstaltung am Donnerstag, 5. Mai 2022, 19:30 Uhr, <a href=\"https:\/\/www.staatstheater-nuernberg.de\/spielplan-21-22\/import-export-cafe-the-power-of-saying-no\/05-05-2022\/1930#open\">Staatstheater N\u00fcrnberg<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gespr\u00e4ch zwischen Talya Feldman (K\u00fcnstlerin und Aktivistin), B\u00ee\u015fenk Ergin (Bildungsreferetin) und der initative kritisches gedenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit der Selbstenttarnung des NSU im Jahr 2011 sind in Deutschland zahlreiche antifaschistische Gedenkinitiativen entstanden. Auch die initiative kritisches gedenken gr\u00fcndete sich 2019 vor diesem Hintergrund um an den antisemitischen Mord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke 1980 in Erlangen zu erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ausgehend von einer aktivistischen und theoretisch inspirierten Arbeit an Fragen des Gedenkens als Kritik haben sich die Schwerpunkte ihrer Arbeit im Verlauf der vergangenen beiden Jahre kontinuierlich weiterentwickelt. Aber auch die gesellschaftlichen und politischen Bedingungen des Gedenkens ver\u00e4ndern sich stetig. Einem bundesweiten Netzwerk von kritischen Gedenk- und Betroffeneninitiativen steht ein deutscher Staat gegen\u00fcber, dessen Vertreter*innen rhetorisch signalisieren, dazugelernt zu haben, dessen Praxis aber sowohl der Verhinderung als auch der Aufarbeitung rechter Anschl\u00e4ge oft entgegensteht. Vor diesem Hintergrund haben sich f\u00fcr die Initiative verschiedene Fragen ergeben: Welche Formen des Erinnerns und Gedenkens im \u00f6ffentlichen Raum bef\u00f6rdern eine kritische Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart? Welche Rolle spielen dabei Kunst, Aktivismus und Bildungsarbeit? K\u00f6nnen diese, als verschieden Formen der Erinnerungsarbeit einer Insitutitionalisierung, Ritualisierung und Instrumentalisierung von Erinnerung und Gedenken von staatlicher Seite entgegenwirken?<\/p>\n\n\n\n<p>Diese und weitere Themen wird die initiative kritisches gedenken mit Talya Feldman (K\u00fcnstlerin und Aktivistin) und B\u00ee\u015fenk Ergin (Referentin der politischen Bildungsarbeit, BiLaN Hessen) diskutieren.\n\n<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\u00fcckblick: Gedenkkundgebung am 19.12.2021<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/FHC6y_WWYAgwz9--1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-383\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/FHC6y_WWYAgwz9--1024x576.jpg 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/FHC6y_WWYAgwz9--300x169.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/FHC6y_WWYAgwz9--768x432.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/FHC6y_WWYAgwz9-.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 19.12.2021 fand unsere Kundgebung in Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen statt. Trotz der antifaschistischen Proteste in N\u00fcrnberg haben \u00fcber 100 Menschen teilgenommen und an das antisemitische Attentat vom 19.12.1980 erinnert. <\/p>\n\n\n\n<p>#KeinVergessen #RechterTerror<\/p>\n\n\n\n<p>Den kompletten R\u00fcckblick auf die Gedenkkundgebung findet ihr im <a href=\"https:\/\/twitter.com\/inikritgedenk\/status\/1472882484731944961\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Twitter-Thread (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Twitter-Thread<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aufruf: Gedenkkundgebung am 19.12.2021<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/FGPKFssXEAQng-S-1024x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-372\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/FGPKFssXEAQng-S-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/FGPKFssXEAQng-S-150x150.jpg 150w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/FGPKFssXEAQng-S-300x300.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/FGPKFssXEAQng-S-768x768.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 19. Dezember j\u00e4hrt sich das antisemitische Attentat auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke zum 41. Mal. Gemeinsam mit der Gruppe Antithese veranstalten wir wie jedes Jahr wieder eine Gedenkkundgebung. <br>Sie beginnt am <strong>19.12.2021<\/strong> um <strong>15:30 Uhr<\/strong> auf dem <strong>Marktplatz in Erlangen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">R\u00fcckblick: Gedenkkundgebung am 22. Juli 2021<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/E6632oBXMAAUzMP-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-357\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/E6632oBXMAAUzMP-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/E6632oBXMAAUzMP-300x225.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/E6632oBXMAAUzMP-768x576.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/E6632oBXMAAUzMP.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"> <strong>Erinnern hei\u00dft ver\u00e4ndern \u2013 Rechten Terror stoppen<\/strong>. <br>Bild: initiative kritisches gedenken erlangen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Pressemitteilung KUNDGEBUNG in Gedenken an die Opfer der Anschl\u00e4ge von Oslo, Ut\u00f8ya und M\u00fcnchen<\/strong>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>22.07.2021<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber&nbsp;70&nbsp;Personen nahmen an der Kundgebung \u201eErinnern hei\u00dft ver\u00e4ndern \u2013 Rechten Terror stoppen\u201c am 22.07.2021 am Rathausplatz in Erlangen teil. Auf der Kundgebung wurde den Opfern der rechtsterroristischen Anschl\u00e4gen&nbsp;von Oslo und Ut\u00f8ya 2011 und&nbsp;M\u00fcnchen&nbsp;2016 gedacht.<\/strong><br>Vor zehn Jahren wurden in Oslo und auf der norwegischen Insel Ut\u00f8ya 77 Menschen durch einen rechten Attent\u00e4ter ermordet, darunter viele Kinder und Jugendliche eines Feriencamps. Weitere Personen wurden verletzt. 5 Jahre sp\u00e4ter t\u00f6tete eine Mann aus \u00fcberwiegend rassistischen und antiziganistischen Motiven acht Personen im Olympia-Einkaufszentrum M\u00fcnchen. Die initiative kritisches gedenken erlangen e. V. und&nbsp;die Erlanger Jusos&nbsp;luden aus diesem Grund zu einer Gedenkkundgebung am 22.07.2021 um 17.30 Uhr am Rathausplatz in Erlangen ein.&nbsp;<br>&#8222;Unser Gedenken muss sich gegen das Vergessen richten, denn wenn die Opfer rechter Morde in Vergessenheit geraten, dann waren die T\u00e4ter erfolgreich darin, sie zum Verschwinden zu bringen&#8220;, lautete es in der Rede der Initiative. Um dem Vergessen der Opfer etwas entgegen zu setzen, wurden die Namen aller Opfer auf Schildern auf der Kundgebung sichtbar gemacht und laut verlesen.Neben dem Gedenken an die Opfer kritisierten die Veranstalter:innen den Umgang mit den Attentaten. So sei das Attentat in M\u00fcnchen bis zur offiziellen Anerkennung als rechtsterroristische Tat 2019 entpolitisiert worden. Au\u00dferdem fehle bis heute eine intensive Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Gr\u00fcnden f\u00fcr Rechtsterrorismus, wie beispielsweise Rassismus.Die initiative kritisches gedenken zeigte in ihrer Rede den Zusammenhang der Taten in Oslo und Ut\u00f8ya, M\u00fcnchen und weitere rechtsterroristischer Taten der vergangenen Jahre auf:\u201eWas sie eint ist ihr rassistisches, antisemitisches, misogynes und antikommunistisches Weltbild &#8211; was sie eint ist der Glaube, sich im Krieg gegen eine wachsende Bedrohung zu befinden &#8211; einem Krieg in dem sie durch Mordanschl\u00e4ge zu Helden werden k\u00f6nnen\u201c. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aufruf zur Gedenkkundgebung<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"724\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/UtoyaMnchen-91024_1-724x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-353\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/UtoyaMnchen-91024_1.png 724w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/UtoyaMnchen-91024_1-212x300.png 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>22. Juli 2021 \/\/ 17:30 Uhr \/\/ Rathausplatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die initiative kritisches gedenken und die Jusos Erlangen organisieren eine Kundgebung im Gedenken an die Opfer der rechtsterroristischen Anschl\u00e4ge von Ut\u00f8ya und Oslo am 22. Juli 2011 und M\u00fcnchen am 22. Juli 2016.<br>Mit unserer Kundgebung klagen wir die Verh\u00e4ltnisse an, die solche Anschl\u00e4ge immer wieder erm\u00f6glicht haben. Ob in Ut\u00f8ya, Oslo und M\u00fcnchen oder in Hanau, Halle und Christchurch. Diese Terroristen waren keine \u201everr\u00fcckten Einzelt\u00e4ter\u201c \u2013 sie verstanden sich als K\u00e4mpfer gegen den sogenannten gro\u00dfen Austausch, eine antisemitische und rassistische Verschw\u00f6rungsideologie der extremen Rechten. Sie waren national und international gleichsam vernetzt wie unterst\u00fctzt und eiferten einander nach. So w\u00e4hlte der rechtsterroristische Attent\u00e4ter von M\u00fcnchen gezielt den Jahrestag des Anschlags von Ut\u00f8ya und Oslo.<br>Im Umgang von Beh\u00f6rden, Medien und Mehrheitsgesellschaft mit Opfern, Betroffenen und Angeh\u00f6rigen zeigt sich fehlende Sensibilit\u00e4t, Nachl\u00e4ssigkeit, Unwillen und Ignoranz. Die gesellschaftliche Akzeptanz gegen\u00fcber rassistischen Narrative motiviert nicht nur die T\u00e4ter, sie reproduziert ebensolche Strukturen in Polizei und Justiz. So dauerte es allein \u00fcber drei Jahre, bis die Beh\u00f6rden das rassistische Motiv des Anschlags von M\u00fcnchen am 22. Juli 2016 anerkannten und folgten damit viel zu sp\u00e4t einer Einsch\u00e4tzung, zu der Angeh\u00f6rige der Opfer, antifaschistische Gruppen und Wissenschaftler:innen schon kurze Zeit nach dem Anschlag gekommen waren.<br>Wir fordern ein Ende der antisemitischen und rassistischen Diskurse, die solche Taten erm\u00f6glicht haben und immer wieder erm\u00f6glichen. Wir fordern ein konsequentes Vorgehen gegen institutionellen Rassismus und rechte Strukturen in staatlichen Institutionen. Nazis raus aus Polizei, Beh\u00f6rden und den Parlamenten!<br>Kommt zahlreich und schlie\u00dft euch dem Gedenken und dem Protest an. Tragt Mund-und-Nasenschutz und haltet den Mindestabstand von 1,5 Metern ein.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>ERINNERN HEISST VER\u00c4NDERN.<\/strong><br><strong>RECHTEN TERROR STOPPEN. <\/strong><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aufruf zur Gedenkkundgebung<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><a href=\"https:\/\/gruppeantithese.blackblogs.org\/2021\/02\/09\/aufruf-zur-kundgebung-im-gedenken-an-die-opfer-des-rassistischen-anschlags-in-hanau\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"724\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/kundgebung_hanau-1-724x1024.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-339\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/kundgebung_hanau-1-724x1024.jpeg 724w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/kundgebung_hanau-1-212x300.jpeg 212w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/kundgebung_hanau-1-768x1086.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 724px) 100vw, 724px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit der gruppe antithese rufen wir f\u00fcr den 19. Februar zur Kundgebung im Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau auf &gt;&gt;  <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Kompletter Aufruf bei Gruppe Antithese (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/gruppeantithese.blackblogs.org\/2021\/02\/09\/aufruf-zur-kundgebung-im-gedenken-an-die-opfer-des-rassistischen-anschlags-in-hanau\/\" target=\"_blank\">Zum Aufruf bei gruppe antithese<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">+++ R\u00dcCKBLICK AUF 2020 +++<\/h1>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kundgebung zum 40. Jahrestag des antisemitischen Attentats auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke<\/strong> <\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/twitter_erlangen-1024x512.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-297\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/twitter_erlangen.jpg 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/twitter_erlangen-300x150.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/twitter_erlangen-768x384.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/twitter_erlangen-570x285.jpg 570w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>R\u00fcckblick auf die Kundgebung in unserem<\/strong> <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Twitter-Thread (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/twitter.com\/inikritgedenk\/status\/1340338325652168704\" target=\"_blank\">Twitter-Thread<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aufruf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Am 19. Dezember 1980 wurden Shlomo Lewin und Frida Poeschke in ihrem Wohnhaus in Erlangen ermordet. Ein Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann t\u00f6tete sie aus antisemitischen Motiven.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Shlomo Lewin (1911) entkam der nationalsozialistischen Verfolgung, k\u00e4mpfte im israelischen Unabh\u00e4ngigkeitskrieg f\u00fcr die Hagana und lebte nach der Staatsgr\u00fcndung in Israel. Nachdem er 1960 nach Deutschland zur\u00fcckgekehrt war, war er als Rabbiner und Verleger von Judaica t\u00e4tig und Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde N\u00fcrnberg, sowie der Gesellschaft f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Zusammenarbeit. Frida Poeschke (1923), deren Lebensgef\u00e4hrte Shlomo Lewin in dieser Zeit wurde, engagierte sich gemeinsam mit ihm f\u00fcr christlich-j\u00fcdische Verst\u00e4ndigung. Immer wieder warnte Shlomo Lewin \u00f6ffentlich vor der Gefahr, die von Neonazis ausgeht und rief dazu auf, sie zu bek\u00e4mpfen. Doch diese Warnungen wurden wie viele andere nicht geh\u00f6rt oder nicht ernst genommen. Vielmehr wurde die Wehrsportgruppe Hoffmann von der CSU-Regierung \u00fcber Jahre hinweg verharmlost und geduldet.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Mord an Frida Poeschke und Shlomo Lewin verd\u00e4chtigten die Ermittlungsbeh\u00f6rden vor allem das pers\u00f6nliche Umfeld der Opfer und ermittelten erst sp\u00e4t ernsthaft in Richtung rechter Strukturen, wie der unweit von Erlangen in Ermreuth ans\u00e4ssigen Wehrsportgruppe Hoffmann. In der Medienberichterstattung wurden die Opfer durch haltlose Ger\u00fcchte und eine anklingende T\u00e4ter-Opfer Umkehr diffamiert und fremd gemacht. Im Gegensatz zu den j\u00fcdischen Gemeinden, in denen Entsetzen \u00fcber die Tat herrschte, gab es in der Mehrheitsgesellschaft keinen Aufschrei und keine Solidarisierung mit den Opfern. Juristisch wurde niemand f\u00fcr die Tat belangt. Der M\u00f6rder, der bis heute als Einzelt\u00e4ter gilt, soll Suizid begangen haben und alle Angeklagten im Strafprozess wurden vom Vorwurf der Beihilfe freigesprochen. Weil kein Gedenken etabliert wurde, aber vor allem, weil keine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit rechtem Terror stattfand gerieten das Attentat, die Opfer und der politische Hintergrund mehr und mehr in Vergessenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch im Fall anderer rechtsterroristischer Morde im Jahr 1980 \u2013 das Oktoberfestattentat in M\u00fcnchen und der rassistische Brandanschlag in Hamburg, bei dem Nguy\u1ec5n Ng\u1ecdc Ch\u00e2u und \u0110\u1ed7 Anh L\u00e2n get\u00f6tet wurden \u2013 erinnert bei dem antisemitischen Attentat auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke vieles an den rechten Terror der j\u00fcngeren Vergangenheit und der Gegenwart. So wie die Anf\u00e4nge und Urspr\u00fcnge des rechten Terrors in Deutschland weit vor 1980 liegen, ist auch seine Kontinuit\u00e4t bis heute nicht gebrochen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Jahr, am 19. Dezember 2020, j\u00e4hrt sich das antisemitische Attentat zum 40. Mal. Zu diesem Anlass findet um 17.30 Uhr eine antifaschistische Gedenkkundgebung an der Lewin-Poeschke-Anlage in Erlangen mit anschlie\u00dfender Demonstration statt. Gemeinsam wollen wir Shlomo Lewin, Frida Poeschke und allen Opfern rechter Gewalt gedenken. Wir wollen daran erinnern, dass es sich bei den unz\u00e4hligen rechten Morden nicht um Einzelf\u00e4lle handelt, sondern dass sie Teil einer langen Geschichte rechten Terrors und das Resultat einer rassistischen, antisemitischen Normalit\u00e4t sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur wenn wir der Entpolitisierung rechter Morde entgegentreten und die Zusammenh\u00e4nge erkennen und benennen, haben wir dem Fortwirken der Vergangenheit in der Gegenwart etwas entgegenzusetzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen das Vergessen und die Kontinuit\u00e4t des rechten Terrors!&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Gesellschaft der Vielen!<br><\/p>\n\n\n\n<p><br> Veranstaltung aus der Reihe <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.erlangen.de\/Portaldata\/1\/Resources\/080_stadtverwaltung\/13-3_demokratie_leben\/Flyer_Programmreihe_Rechte_Kontinuitaeten.pdf\" target=\"_blank\">&#8222;Damals! Und heute? Rechte Kontinuit\u00e4ten in Erlangen&#8220; (PDF) <\/a>  <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kontinuit\u00e4t \u2013 Vergessen \u2013 Gedenken.<\/strong>  Rechter Terror in Deutschland seit 1980 <\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"512\" src=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/EmsZ20GWEAEfBYj-1024x512.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-280\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/EmsZ20GWEAEfBYj.jpg 1024w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/EmsZ20GWEAEfBYj-300x150.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/EmsZ20GWEAEfBYj-768x384.jpg 768w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/EmsZ20GWEAEfBYj-570x285.jpg 570w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Podiumsdiskussion mit <strong>Seda Ardal<\/strong>, <strong>Ibrahim Arslan<\/strong>, <strong>Martina Renner<\/strong> und <strong>Max Czollek<\/strong><br><\/p>\n\n\n\n<p>Link zur Aufzeichnung: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/5zVdT63GXTA\">https:\/\/youtu.be\/5zVdT63GXTA<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00dcber die Veranstaltung<\/strong><br>Im Dezember 1980 wurden in Erlangen Shlomo Lewin und Frida Poeschke Opfer eines antisemitischen Mordanschlags. Der T\u00e4ter Uwe Behrendt war Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann, die unweit von Erlangen ihr Hauptquartier hatte. Ein antisemitisches Tatmotiv wurde von den Ermittlungsbeh\u00f6rden lange Zeit nicht in Betracht gezogen. In der Stadtgesellschaft hat die Tat nur wenig \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit erhalten und ist \u00fcber viele Jahre in Vergessenheit geraten. Das Podium wird an diesem Abend anl\u00e4sslich des 40. Jahrestages der Ermordung von Shlomo Lewin und Frieda Poeschke \u00fcber die Kontinuit\u00e4ten rechten Terrors in Deutschland und die lange Geschichte des Vergessens der Tat in Erlangen und anderenorts sprechen. Welche Bedeutung hat das Gedenken an diese Taten? Welcher Zusammenhang kann zwischen rechten Gewalttaten der Vergangenheit und aktuellen Ereignisse, wie beispielsweise in Halle und Hanau gezogen werden? <strong>Ibrahim Arslan<\/strong> hat den rassistischen Brandanschlag in M\u00f6lln 1992 \u00fcberlebt bei dem drei Angeh\u00f6rige seiner Familie ums Leben kamen. Seit 2007 k\u00e4mpft er f\u00fcr die Sichtbarkeit von Betroffenen rechter Gewalt und deren Perspektive in Politik und \u00d6ffentlichkeit. <strong>Martina Renner<\/strong>, Bundestagsabgeordnete f\u00fcr Die Linke. Sie ist Sprecherin der Bundestagsfraktion f\u00fcr antifaschistische Politik und Expertin auf dem Gebiet rechten Terrors. <strong>Max Czollek<\/strong>, Lyriker und Autor. Als Mitherausgeber der Zeitschrift Jalta macht er zeitgen\u00f6ssische j\u00fcdische Positionen sichtbar. Au\u00dferdem befasst er sich mit der Rolle von J\u00fcdinnen und Juden in der deutschen Erinnerungskultur und streitet f\u00fcr eine plurale Gesellschaft. <strong>Seda Ardal<\/strong> ist Autorin und Aktivistin in der &#8222;Initiative 19. Februar Hanau&#8220;, die f\u00fcr Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufkl\u00e4rung und Konsequenzen in Bezug auf den rassistischen Terroranschlag in Hanau und gegen die allgegenw\u00e4rtige rassistische Gefahr k\u00e4mpfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit <em><a href=\"https:\/\/www.bee-erlangen.eu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Bildung Evangelisch in Europa (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">Bildung Evangelisch in Europa<\/a><\/em> und wird finanziell gef\u00f6rdert vom Bundesprogramm <em>Demokratie leben!<\/em> <\/p>\n\n\n\n<p>Sie findet im Rahmen der Reihe <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.erlangen.de\/Portaldata\/1\/Resources\/080_stadtverwaltung\/13-3_demokratie_leben\/Flyer_Programmreihe_Rechte_Kontinuitaeten.pdf\" target=\"_blank\">&#8222;Damals! Und heute? Rechte Kontinuit\u00e4ten in Erlangen&#8220; (PDF)<\/a> statt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">+++ BEITR\u00c4GE, INTERVIEWS UND VIDEOS +++<\/h2>\n\n\n\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1903\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Cv8UWY-YQQo\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen=\"\"><\/iframe>\n\n\n\n<p><strong>Terror gegen Juden. Wie antisemitische Gewalt erstarkt und der Staat versagt<\/strong><br>Buchvorstellung und Gespr\u00e4ch mit Ronen Steinke<br><em>25. Oktober 2020 um 16 Uhr im E-Werk Erlangen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/Cv8UWY-YQQo\">Zur Videoaufzeichnung der Veranstaltung mit Ronen Steinke bei YouTube<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/bambule.radio-z.net\/de\/topic\/357397-gedenkkundgebung-zur-jaehrung-des-anschlags-von-halle.html\">Redebeitrag auf der Kundgebung &#8222;Gegen jeden Antisemitismus!&#8220; am 9. Oktober 2020 in Erlangen (Mitschnitt Radio Bambule \/ Radio Z)<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Gedenken als Kritik - Interview mit Radio Corax im Oktober 2020.  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/radiocorax.de\/gedenken-als-kritik\/\" target=\"_blank\">Gedenken als Kritik &#8211; Interview mit Radio Corax im Oktober 2020<\/a><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Halleprozess: Wie kann kritisches Gedenken aussehen? (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/radiocorax.de\/halleprozess-wie-kann-kritisches-gedenken-aussehen\/\" target=\"_blank\">#Halleprozess: Wie kann kritisches Gedenken aussehen? Interview mit Radio Corax im Juli 2020<\/a> <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n\n<p> <strong>#mehrals40jahre &#8211; Kontinuit\u00e4ten rechten Terrors in Deutschland<\/strong><br>Antifaschistische Demonstration. Aufruf und Infos: <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/40jahre.nonazis.net\/\" target=\"_blank\">40jahre.nonazis.net<\/a> | <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.instagram.com\/mehrals40jahre\/\" target=\"_blank\">Instagram<\/a><br><em>26. September 2020 um 13 Uhr am Gollierplatz, M\u00fcnchen<\/em>  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"840\" height=\"473\" src=\"http:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mehrals40jahre_web-840x473.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-198\" srcset=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mehrals40jahre_web-840x473.jpg 840w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mehrals40jahre_web-840x473-300x169.jpg 300w, https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/mehrals40jahre_web-840x473-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 840px) 100vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Am <strong>19.12.2019<\/strong> organisierten wir wieder gemeinsam mit der Gruppe Antithese die j\u00e4hrliche Gedenkkundgebung f\u00fcr Shlomo Lewin und Frida Poeschke in der Erlanger Innenstadt<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Am <strong>04.10.2019<\/strong> hielten wir unseren Vortrag &#8222;Der antisemitische Doppelmord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke&#8220; in der Pracht in Leipzig.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><p>Einladung zur Diskussionsrunde &#8222;Wie k\u00f6nnen wir kritisches Gedenken denken?&#8220; <\/p><details> <summary> Hier findet ihr den Einladungstext <\/summary> <p style=\"text-align: justify;\">  Wir, die initiative kritisches gedenken erlangen, befassen uns mit der Aufarbeitung des antisemitischen Attentats auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke, das am 19. Dezember 1980 in Erlangen von dem Neonazi Uwe Behrendt ver\u00fcbt wurde. Behrendt, ein rechter Burschenschafter, war Mitglied der Wehrsportgruppe Hoffmann und entging der Strafverfolgung durch eine Flucht in den Libanon, wo er aus ungekl\u00e4rten Umst\u00e4nden zu Tode kam. Wie sp\u00e4ter auch bei den Taten des NSU ermittelten die staatlichen Beh\u00f6rden zun\u00e4chst im pers\u00f6nlichen Umfeld der Ermordeten. <\/p> <p style=\"text-align: justify;\"> Um an die Ermordung von Shlomo Lewin und Frida Poeschke zu erinnern, organisieren wir jedes Jahr am 19. Dezember eine \u00f6ffentliche Gedenkveranstaltung in der Erlanger Innenstadt. Da \u00f6ffentliches Gedenken, wenn es die Opfer nicht selbst noch einmal verh\u00f6hnen will, sich gegen die Verh\u00e4ltnisse wenden muss, die sie erst in den Stand des Opferseins versetzt haben, wollen wir dieses Gedenken als Analyse und Kritik jener Verh\u00e4ltnisse formulieren. Dazu geh\u00f6ren in unserem Fall unter anderem die Analyse und Kritik des modernen Antisemitismus in seinen historischen und aktuellen Erscheinungsformen, eine Kritik staatlicher Institutionen und Akteur*innen, ihrer Rolle im Prozess der Strafverfolgung und Aufkl\u00e4rung, sowie in der Organisation des offiziellen Gedenkens, und eine Analyse der T\u00e4ter*innen und ihrer Strukturen. <\/p> <p style=\"text-align: justify;\"> Die verschiedenen Analyseperspektiven wollen wir schlie\u00dflich in einer Brosch\u00fcre, einer multimedialen Internetseite und in Ausstellungen vereinen. Diese Formen der Ver\u00f6ffentlichung sollen dazu beitragen, das Attentat und seine Opfer Frida Poeschke und Shlomo Lewin nicht dem Vergessen zu \u00fcberlassen, auf die Aktualit\u00e4t der Gefahr hinzuweisen und den ganzen Komplex auch \u00fcberregional bekannt und der historischpolitischen Bildungsarbeit zug\u00e4nglich zu machen. <\/p> <p style=\"text-align: justify;\"> Unsere Perspektiven und Positionen, unsere blinden Stellen und Projektionen, m\u00f6chten wir dabei explizit reflexiv in den Arbeitsprozess miteinbeziehen. Statt einer kollektiven Selbstvergewisserung, wie sie das offizielle Gedenken, beispielsweise staatlicher Institutionen, zum Ziel hat, streben wir die kollektive Selbstverunsicherung an. Zu diesem Zweck m\u00f6chten wir mit anderen antifaschistischen Initiativen und Akteur*innen \u00fcber Theorie und Praxis kritischen Gedenkens diskutieren. Als Grundlage f\u00fcr eine gemeinsame Diskussion haben wir im Verlauf der letzten Monate ein Thesenpapier erarbeitet, das wir mit euren Themen, Erfahrungen und Perspektiven konfrontieren wollen. In der gemeinsamen Auseinandersetzung k\u00f6nnen wir dann zum Beispiel \u00fcber Probleme und Herausforderungen in Theorie und Praxis kritischen Gedenkens und \u00fcber Vernetzungsm\u00f6glichkeiten sprechen. <\/p> <p style=\"text-align: justify;\"> Wir laden euch deshalb am 01.06.2019 nach Erlangen ein. F\u00fcr Getr\u00e4nke und Verpflegung wird gesorgt sein und einige Schlafpl\u00e4tze k\u00f6nnen wir bei Bedarf ebenfalls organisieren. Wenn ihr kommen m\u00f6chtet, meldet euch kurz bei uns unter kontakt@kritischesgedenken.de an. Alles weitere zum genauen Ablauf des Tages kl\u00e4ren wir dann im pers\u00f6nlichen Kontakt, sofern m\u00f6glich und gew\u00fcnscht nat\u00fcrlich verschl\u00fcsselt. Im Anschluss an die Veranstaltung wird es einen Kneipenabend geben. <\/p> <p style=\"text-align: justify;\"> Die Thesen zur Diskussion findet ihr hier auf der Homepage unter &#8222;Gedenken als Kritik&#8220;. <\/p> <p style=\"text-align: justify;\"> Solidarische Gr\u00fc\u00dfe und hoffentlich bis dahin, initiative kritisches gedenken erlangen <\/p>  <\/details><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Gedenkkundgebung f\u00fcr Shlomo Lewin und Frida Poeschke am<strong style=\"font-size: inherit;\"> 19.12.2018<\/strong><span style=\"font-size: inherit;\">.<\/span> <br><details><summary>Hier der Text des ausgegebenen Flugblatts<\/summary><\/details><\/p>\n\n\n\n<p><details> <p style=\"text-align: justify;\">Wir gedenken hier dem Erlanger Rabbiner und Verleger Shlomo Lewin und seiner Lebensgef\u00e4hrtin Frida Poeschke, die heute vor 38 Jahren, am 19. Dezember 1980 Opfer eines antisemitischen Attentats wurden. Gemeinsam engagierten sie sich im Sinne des christlich-j\u00fcdischen Dialogs. Begangen wurden die Morde von Uwe Behrendt, einem Neonazi aus dem Umfeld der Wehrsportgruppe Hoffmann. Behrendt blieb aufgrund von mangelhafter Ermittlungsarbeit und fehlender Strafverfolgung nach der Tat ausreichend Zeit sich in den Libanon abzusetzen. Durch seinen mutma\u00dflichen Selbstmord konnte er sich der Strafverfolgung endg\u00fcltig entziehen.<\/p> <p style=\"text-align:\">Wie bereits f\u00fcr die Zeit nach 1945 gilt, ist auch nach 1980 der Antisemitismus in Deutschland nicht verschwunden. Es lassen sich deutliche Kontinuit\u00e4ten erkennen. Nicht nur daran, dass Karl-Heinz Hoffmann, der den Mord an Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Auftrag gegeben haben soll auch heute aktiv bei Veranstaltungen in alten und neuen rechten Zusammenh\u00e4ngen in Erscheinung tritt. So zum Beispiel auch 2015 bei der rechtsintellektuellen Messe Zwischentag in der Burschenschaft Frankonia in Erlangen.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Antisemitismus ist gesamtgesellschaftlich pr\u00e4sent. Studien wie die Leipziger Autoritarismusstudie oder Zahlen der Online Meldestelle f\u00fcr antisemitische Vorf\u00e4lle RIAS verdeutlichen jedes Jahr aufs Neue, dass antisemitische Einstellungen, \u00c4u\u00dferungen und Taten keineswegs verschwunden, sondern \u00e4u\u00dferst aktuell sind. Sie zeigen auch, dass Antisemitismus ein Massenph\u00e4nomen ist, das eben nicht nur an den vermeintlichen R\u00e4ndern der Gesellschaft existiert. Dass antisemitische \u00c4u\u00dferungen und Taten dennoch h\u00e4ufig nicht dokumentiert werden liegt sicher auch daran, dass bis heute nur wenige systematische Versuche in diese Richtung unternommen wurden. Hinzu kommt, dass antisemitische \u00c4u\u00dferungen und Taten oft gar nicht erst als solche erkannt und benannt werden. Es existiert also eine Diskrepanz zwischen dem vorherrschenden gesellschaftlichen Selbstbild, den Antisemitismus \u00fcberwunden zu haben und den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen. Der aktuelle Vormarsch faschistischer Bewegungen in Deutschland und der ganzen Welt f\u00f6rdert zudem ein Klima, das antisemitische \u00c4u\u00dferungen und Taten motiviert. Dies verhindert, Antisemitismus zu erkennen, zu verurteilen und zu bek\u00e4mpfen.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Die gesellschaftliche und institutionelle Blindheit f\u00fcr Antisemitismus ist zum einen auf ein falsches Verst\u00e4ndnis von Antisemitismus zur\u00fcckzuf\u00fchren, welches es unm\u00f6glich macht, diesen in seinen zeitgen\u00f6ssischen Erscheinungsformen zu erkennen. Zum anderen liegt dieser Blindheit oft ein Wunsch und Glaube, nicht antisemitisch zu sein, zu Grunde. Gerade f\u00fcr Deutschland, das den industriellen Massenmord an 6 Millionen J\u00fcdinnen und Juden organisierte und durchf\u00fchrte, war es nach dem Ende des Nationalsozialismus 1945 entscheidend, ein Selbstbild zu entwickeln, aus dem Antisemitismus ausgeschlossen war. Dadurch wurde es m\u00f6glich, das Fortbestehen als Nation zu rechtfertigen und einen positiven Selbstbezug zu wahren. Dazu war es auch notwendig, offen antisemitische \u00c4u\u00dferungen zu tabuisieren. Die Tabuisierung hatte jedoch nicht zur Folge, dass es in Deutschland nach 1945 keinen Antisemitismus mehr gab und auch nicht, dass es keinen offenen Antisemitismus mehr gab. Es bedeutete jedoch durchaus, dass Antisemitismus zunehmend st\u00e4rker zu neuen, verkleideten Formen des Ausdrucks finden musste und in Folge kollektiv verharmlost und verschwiegen wurde.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen heute dem neonazistischen Attentat auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke gedenken. Wir verbinden dieses Gedenken, um seinen mahnenden Charakter deutlich zu machen, mit der Analyse und Kritik der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. Denn in diesen gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen ist Antisemitismus auch heute angelegt, lebt Antisemitismus fort und gedeiht. Nur wenn Antisemitismus als solcher erkannt und in seiner Dynamik verstanden wird, ist es m\u00f6glich ihn \u00fcberall wo er zu Tage tritt zu kritisieren, ihm entgegen zu treten und ihn zu bek\u00e4mpfen. Nur wenn es gelingt, das Fortbestehen der Bedingungen der Ermordung Shlomo Lewins und Frida Poeschke im Hier und Jetzt aufzuzeigen und mit aktuellen antisemitischen Ereignissen und Erscheinungsformen in Verbindung zu bringen, kann das gef\u00e4hrliche Potential des Antisemitismus und seine Aktualit\u00e4t \u00fcberhaupt erst eingesch\u00e4tzt werden.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\"><strong>Antisemitismus begreifen<\/strong><\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Obwohl Antisemitismus immer auch Vorurteil ist, ist der Begriff nicht auf diesen Aspekt beschr\u00e4nkt. Vielmehr bezeichnet er ein komplexes und dynamisches Ph\u00e4nomen, dem in modernen Gesellschaften und in der Psyche der Einzelnen eine bestimmte Funktion zukommt. Antisemitismus ist eine Reaktion auf die moderne Gesellschaft und das Leben in ihr. Er ist eine Reaktion auf Aspekte des gesellschaftlichen Zusammenlebens, welche sich dem Bewusstsein der Einzelnen entziehen. Als Denkform verspricht Antisemitismus, L\u00fccken im Verst\u00e4ndnis der eigenen sozialen Beziehungen zu schlie\u00dfen. Er verspricht \u00c4ngste und Unsicherheiten zu lindern. Er bietet dem Individuum eine ideologische Form der Welterkl\u00e4rung und dadurch auch eine Bew\u00e4ltigungsstrategie f\u00fcr das individuelle Leiden an der Gesellschaft. Antisemitismus vereinfacht abstrakte gesellschaftliche Verh\u00e4ltnisse und bietet eine Einteilung in Gut und B\u00f6se, unschuldig und schuldig, Angeh\u00f6rige und Ausgesto\u00dfene an.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Im Bild des Juden und des vermeintlich <em>J\u00fcdischen<\/em> finden Antisemit*innen eine Projektionsfl\u00e4che, auf die negativ empfundene Aspekte der modernen Gesellschaft und die eigenen unterdr\u00fcckten W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse geworfen werden k\u00f6nnen. Durch psychische Projektionen und personelle Zuschreibungen werden J\u00fcdinnen und Juden und alle die mit vermeintlich j\u00fcdischen Eigenschaften verbunden werden, zum andauernden gesellschaftlichen S\u00fcndenbock gemacht. J\u00fcdinnen und Juden stehen im antisemitischen Weltbild stellvertretend f\u00fcr die gesellschaftliche Grundlage der eigenen Kr\u00e4nkungen und \u00dcberforderungen. Daraus leitet sich der hartn\u00e4ckige Glaube an eine j\u00fcdische Weltverschw\u00f6rung ab und genau darin liegt das tats\u00e4chliche Gefahrenpotential. Antisemitismus ist deshalb nicht nur Vorurteil. Es kann keinen Antisemitismus ohne die Tendenz zur Vernichtung geben. Denn wenn alles Schlechte, Unerw\u00fcnschte und Verbotene erst einmal auf ein Ersatzobjekt projiziert und damit der vermeintlich Schuldige gefunden ist, so wird es auch m\u00f6glich, ihn in dieser Funktion zu bestrafen, zu verfolgen und zu vernichten.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Antisemitismus ist also immer gleichzeitig eine ideologische Welterkl\u00e4rung und eine Form der Abwehr. Zum einen eine Abwehr sozialer und pers\u00f6nlicher \u00c4ngste, zum anderen eine M\u00f6glichkeit der Abwehr kollektiver Schuld. In besonderem Ma\u00dfe gilt dies f\u00fcr Deutschland. Gerade in der Art und Weise der deutschen Aufarbeitung der Shoah, beziehungsweise schon in deren jahrzehntelangem Ausbleiben wird das kollektive Bed\u00fcrfnis, sich seiner Schuld zu entledigen, \u00fcberdeutlich. So hoffen die einen, endlich den viel geforderten Schlussstrich ziehen zu d\u00fcrfen, um sich als demokratisches und offenes &#8211; also als gel\u00e4utertes Deutschland darstellen zu k\u00f6nnen. Anderen ist an Offenheit und Demokratie nicht gelegen, jedoch umso mehr am Schlussstrich. Sie sprechen vom Schuldkult, den verdammten zw\u00f6lf Jahren und von Auschwitz als Vogelschiss in der ansonsten glorreichen Geschichte des deutschen Volkes. Beide Positionen treffen sich immer wieder darin, dass sie ausschlie\u00dfen, selbst antisemitisch zu sein. Antisemitismus wird nur in vermeintlichen Rand- und Extrempositionen wie muslimischen Communities oder neonazistischen Zusammenh\u00e4ngen, nicht aber im eigenen Denken und Handeln entdeckt. Beide Positionen zeigen au\u00dferdem, dass es kein Zufall ist, dass im Kontext deutschen Gedenkens an die Shoah der Begriff Vergangenheitsbew\u00e4ltigung weitl\u00e4ufig Einzug halten konnte. Diese Vergangenheit kann und darf jedoch nicht bew\u00e4ltigt werden. Es gilt die Kontinuit\u00e4t des Antisemitismus in dieser Gesellschaft zu erkennen und deutlich zu machen, um eine Wiederholung der Vergangenheit zu verhindern.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Gegenw\u00e4rtige Erscheinungsformen von Antisemitismus<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Antisemitismus ist attraktiv, wirksam und stabil, weil er einen Gewinn f\u00fcr die Psyche der Einzelnen verspricht. Legt man strengere Ma\u00dfst\u00e4be an den Begriff des Antisemitismus an, so wird deutlich, dass dieser in Deutschland nach 1945 keineswegs verschwunden ist. Ganz im Gegenteil kann er nur auf diese Weise erkannt und kritisiert werden, wo immer er zu Tage tritt.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Unter anderem durch eine Tabuisierung der \u00f6ffentlichen \u00c4u\u00dferung von offen judenfeindlichen Einstellungen in Deutschland nach 1945 mussten neue antisemitische Ausdrucksformen entstehen. Damit wurde verhindert, den psychischen Gewinn und die gemeinschaftsbildende Funktion, die ein antisemitisches Weltbild mit sich bringt, aufgeben zu m\u00fcssen.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Nach der Befreiung der Welt vom Nationalsozialismus durch die Alliierten bildete sich in Deutschland deshalb eine verkleidete Form der \u00c4u\u00dferung antisemitischer Ressentiments heraus, die wir heute als \u201csekund\u00e4ren Antisemitismus\u201d bezeichnen. Sekund\u00e4rer Antisemitismus kann auch als <em>Antisemitismus nicht trotz, sondern wegen Auschwitz<\/em> umschrieben werden. Er \u00e4u\u00dfert sich vor allem in Geschichtsrevisionismus wie der Leugnung oder Relativierung der Shoah, oder indem in einer T\u00e4ter-Opfer Umkehr mindestens ein Teil der Schuld an der Shoah den J\u00fcdinnen und Juden selbst zugeschrieben wird. Sie h\u00e4tten angeblich zu ihrer Vernichtung beigetragen, beziehungsweise diese beinahe schon herausgefordert. Zudem ist er charakterisiert durch eine Verweigerung der Erinnerung an die Opfer der Shoah und die paranoide Vorstellung, dass diese die Vergangenheit zu ihrem Vorteil nutzen w\u00fcrden, um sich zu r\u00e4chen. Der Psychoanalytiker Zvi Rix fasste den irrationalen und paradoxen Charakter dieser Positionen mit dem Satz zusammen, dass \u201edie Deutschen den Juden den Holocaust nie verzeihen werden\u201c.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Die antisemitische Denkform und die entsprechenden Stereotypen finden sich allerdings noch an vielen anderen Stellen des \u00f6ffentlichen Diskurses. Auch, wenn gar nicht mehr offen von <em>den Juden<\/em> gesprochen wird. Eine dieser Erscheinungsformen des Antisemitismus heute stellt der israelbezogene Antisemitismus dar. Von diesem spricht man, wenn im Rahmen einer vermeintlichen Kritik des Staates Israel, dieser an doppelten Standards gemessen, d\u00e4monisiert, oder ihm sein Existenzrecht \u00fcberhaupt abgesprochen wird. Die Gr\u00fcndung Israels war unter anderem eine Reaktion auf die globale antisemitische Verfolgung und Vernichtung von J\u00fcdinnen und Juden bis 1945, weshalb Israel als nationalstaatlich verfasster Schutzraum f\u00fcr J\u00fcdinnen und Juden aus aller Welt gegen\u00fcber anderen Nationalstaaten eine besondere Legitimit\u00e4t zukommt. Stattdessen ist gerade eine internationale Fixierung auf Israel auszumachen, f\u00fcr die sich in der deutschen Sprache der Begriff der Israelkritik herausgebildet hat. So wie der Antisemitismus Juden und J\u00fcdinnen ihre Stellung als Individuen in der Gesellschaft absprechen will und nach ihrer Vernichtung strebt, so will der israelbezogene Antisemitismus Israel delegitimieren, aus der internationalen Staatengemeinschaft ausschlie\u00dfen, aufl\u00f6sen und in letzter Konsequenz auch vernichten. Israel wird so zum Juden unter den Staaten umgedeutet und kann in dieser Funktion zum Ziel antisemitischer Ressentiments und Angriffe werden. Durch die Verkleidung des Antisemitismus als Kritik, wird versucht diesem Legitimit\u00e4t zu verleihen.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Obwohl eine umfassende Kritik des Antisemitismus nicht um eine Kritik des Kapitalismus herumkommt, tauchen gerade auch im Kontext der Kapitalismuskritik antisemitische Denkstrukturen und Versatzst\u00fccke auf. Statt den Kapitalismus als Herrschaftsverh\u00e4ltnis zu kritisieren, von dem alle, wenn auch unterschiedlich, erfasst sind, wird die gesamte Schuld an der Misere auf einzelne Akteur*innen eingegrenzt. Damit soll ein eindeutiges und widerspruchsfreies Weltbild gezeichnet und politisch mobilisiert werden.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Die vereinfachende und moralisierende Aufspaltung in gute Eigengruppe und b\u00f6se Fremdgruppe kann unterschiedlichste Formen annehmen. Das antisemitische Denken braucht nicht zwingend J\u00fcdinnen und Juden. Beispielsweise teilt die Gegen\u00fcberstellung von den guten Arbeiter_innen und den b\u00f6sen B\u00e4nker_innen, dem guten Volk und der b\u00f6sen Globalistenelite, dem schaffenden und dem raffenden Kapital alles Gute der Eigengruppe und alles Schlechte der Fremdgruppe zu. Ein solches Verst\u00e4ndnis von gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnissen ist gef\u00e4hrlich vereinfacht. Individuen werden einzig auf ihre gesellschaftliche Rolle reduziert. So glauben Antisemit_innen mitsamt den S\u00fcndenb\u00f6cken alle schlechten gesellschaftlichen Zust\u00e4nde mitausl\u00f6schen zu k\u00f6nnen. Wirklich getroffen werden, k\u00f6nnen die schlechten Verh\u00e4ltnisse nur von einer Kritik der Gesellschaft.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gedenken als Kritik<\/strong><\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Neben der Analyse und Kritik des Antisemitismus in all seinen Formen, offen wie verkleidet, darf auch eine Kritik st\u00e4dtischer und staatlicher Erinnerungspolitiken nicht ausbleiben. Kollektive, wie beispielsweise Nationen, aber wie auch wir als politische Gruppe erinnern niemals grundlos, sondern verbinden stets einen Zweck mit \u00f6ffentlichem Gedenken. Gedenken wird, im Gegensatz zu pers\u00f6nlicher Trauer immer instrumentell sein. Es ist also entscheidend, darauf zu reflektieren, welcher Zweck mit dem Gedenken verfolgt wird.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">In ihrer Funktion als Repr\u00e4sentant_innen eines Kollektivs m\u00fcssen sich Vertreter_innen staatlicher Institutionen immer um die Herstellung und Aufrechterhaltung einer positiven Erz\u00e4hlung \u00fcber sich selbst und das Kollektiv bem\u00fchen. Wenn Gedenken in den Dienst der kollektiven Selbstbest\u00e4tigung genommen wird, indem sich von einer antisemitischen Vergangenheit abgegrenzt wird oder Antisemitismus auf neonazistische Randgruppen verlagert wird, so dient es weniger der Verhinderung einer Wiederholung antisemitischer Gewalt. Vielmehr verwischt eine solche Praxis die Spuren der Vergangenheit, indem sie das antisemitische Potential in der Mehrheitsgesellschaft heute verschleiert und verharmlost. Wie folgenreich diese Dynamik sein kann, zeigt sich auch an der mangelhaften Aufkl\u00e4rung des Attentats auf Shlomo Lewin und Frida Poeschke durch staatliche Organe.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir also heute Shlomo Lewin und Frida Poeschke gedenken und an ihre antisemitisch motivierte Ermordung erinnern, so muss dieses Gedenken stets eine kritische Selbstverunsicherung sein, um wirksam und dem Anlass gerecht werden zu k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen Antisemitismus verstehen, um ihn erkennen, benennen und bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen wo auch immer er in Erscheinung tritt, um eine Wiederholung des Geschehenen zu verhindern. Dies ist der einzige legitime Zweck des \u00f6ffentlichen Gedenkens.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">In Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Gegen jeden Antisemitismus.<\/p> <\/details><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p>Am <strong style=\"font-size: inherit;\">4.11.2018<\/strong><span style=\"font-size: inherit;\"> konnten wir im Rahmen der Demonstration &#8222;Wer schweigt, stimmt zu &#8211; Den rassistischen Konsens Duchbrechen&#8220; in Leipzig mit einem Redebeitrag unser Projekt vorstellen. <\/span><br><details><summary>Hier dokumentieren wir die Rede.<\/summary> <p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wir gr\u00fc\u00dfen alle TeilnehmerInnen der Demonstration und erkl\u00e4ren uns solidarisch mit ihrem Anliegen<br>Ein Teil unserer politischen Aktivit\u00e4ten umfasst die Gedenkarbeit zu dem antisemitischen Attentat an Shlomo Lewin und Frida Poeschke in Erlangen im Jahr 1980. Wir m\u00f6chten mit diesem Redebeitrag zum einen wieder \u00fcberregional auf den antisemitischen Doppelmord aufmerksam machen und zum anderen erste Ergebnisse unserer theoretischen Besch\u00e4ftigung mit solidarischem, kritischem Gedenken vorstellen. Ein zentraler Aspekt unserer Konzeption von Gedenken besteht in der Reflexivit\u00e4t der eigenen Praxis. Wir haben deshalb ein Thesenpapier ausgearbeitet, das wir euch und damit der gemeinsamen Diskussion zug\u00e4nglich machen m\u00f6chten. Die Frage, wieso wir als Gruppe, die zu einem antisemitischen Attentat arbeitet, nun auf einer Demo zu rassistischer Gewalt sprechen, ist schnell beantwortet. Rassismus, der im Fokus dieser Demo steht, und Antisemitismus m\u00fcssen nicht nur theorethisch so zusammengedacht werden, wie sie real im Verh\u00e4ltnis stehen. Bereits die gewaltsam erzwungene Eigenschaft der Betroffenen, Opfer von nazistischen Angriffen geworden zu sein, erfordert eine gemeinsame \u00fcbergreifende Thematisierung ihrer Tode. Wir m\u00fcssen solidarisch gedenken und gemeinsam mit anderen Akteur_innen solidarisch eine kritische Gedenkpraxis organisieren.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Nun einige Worte zum Antisemitischen Attentat in Erlangen im Jahr 1980.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Shlomo Lewin, Rabbiner und Verleger und Frida Poeschke, seine Lebensgef\u00e4hrtin, engagierten sich beide im Sinne des christlich-j\u00fcdischen Dialogs. Lewin hatte zudem die Gr\u00fcndung einer j\u00fcdischen Kultusgemeinde geplant und wollte damit einen zentralen Beitrag zur erneuten Etablierung \u00f6ffentlichen j\u00fcdischen Lebens in Erlangen nach dem zweiten Weltkrieg und der Shoah leisten. Am 19. Dezember 1980 werden Lewin und Poeschke abends in ihrem Haus mit mehreren Pistolensch\u00fcssen get\u00f6tet. Damit wurde vorerst auch die geplante Gr\u00fcndung der j\u00fcdischen Gemeinde verhindert. Unmittelbar nach der Tat wurde wesentlich im Umfeld der Opfer ermittelt. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen stie\u00dfen die Beh\u00f6rden auf den sp\u00e4teren Tatverd\u00e4chtigen Uwe Behrendt. Zun\u00e4chst wurde von beh\u00f6rdlicher Seite davon ausgegangen, dass Behrendt allein handelte. Vieles spricht jedoch damals wie heute daf\u00fcr, dass es weitere Unterst\u00fctzer_innen bei der Tat gegeben haben muss. Sicher ist, dass Behrendt f\u00fchrendes Mitglied in der \u201eWehrsportgruppe Hoffmann\u201c war, einer neonazistischen Terrororganisation, aus deren Reihen auch der Oktoberfestattent\u00e4ter Gundolf K\u00f6hler stammte. Behrendt konnte der beh\u00f6rdlichen Verfolgung durch eine Flucht in den Libanon entgehen, wo er sp\u00e4ter Selbstmord begangen haben soll. Die Anklage im Mordfall gegen den Gr\u00fcnder und Anf\u00fchrer der \u201eWehrsportgruppe Hoffmann\u201c Karl-Heinz Hoffmann und seine Lebensgef\u00e4hrtin Franziska Birkmann, deren Brille am Tatort gefunden wurde, wurde trotz vorhandener Indizien fallen gelassen. Bis heute wird von staatlicher Seite die These aufrecht erhalten, dass Behrendt allein gehandelt hat.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Ende 2016 fassten wir als Gruppe den Entschluss unsere Gedenkarbeit zu dem antisemitischen Doppelmord in Erlangen, die sich bisher auf eine j\u00e4hrliche Gedenkveranstaltung in der Erlanger Innenstadt beschr\u00e4nkt hatte, in ein langfristiges Dokumentations- und Bildungsprojekt m\u00fcnden zu lassen. Sp\u00e4testens als klar wurde, dass wir uns eingehender mit Gedenkpolitik auseinandersetzen wollen, standen wir vor der Notwendigkeit einer Selbstverst\u00e4ndigung dar\u00fcber, was f\u00fcr uns Gedenken bedeuten kann und soll. Erste Ergebnisse unseres Reflexionsprozesses wollen wir euch hier vorstellen.<br>Ein Ausgangspunkt f\u00fcr unsere Auseinandersetzung war das Unbehagen an dem Gedanken, wir k\u00f6nnten die Ermordung Lewins und Poeschkes durch die Form der politischen Kundgebung instrumentalisieren. Was wir dagegen erreichen wollten, war ein kritisches Gedenken zu praktizieren. Die Unterscheidung des Gedenkens von der Trauer brachte uns einem Verst\u00e4ndnis davon, wie kritisches Gedenken aussehen k\u00f6nnte einen entscheidenden Schritt n\u00e4her. W\u00e4hrend Trauer die individuelle, psychische Verarbeitung eines Verlustes bezeichnet, meint der Begriff des Gedenkens eine \u00f6ffentliche Auseinandersetzung mit dem Verlust von Menschenleben, in deren Rahmen diesem Tod politische, historische und gesellschaftliche Bedeutung zugewiesen wird. Der Zweck von Gedenken liegt immer au\u00dferhalb der Personen, denen gedacht wird. Deshalb ist Gedenken immer Instrumentalisierung und im Gegensatz zu Trauer auf Legitimation angewiesen. Die Instrumentalisierung selbst kann deshalb nicht Ansatzpunkt der Kritik sein, sondern nur der konkret visierte Zweck des Gedenkens. Er kann illegitim oder legitim sein.<br>Was aber ist legitimes Gedenken? Unserer Auffassung nach, ist der einzige legitime Zweck, den \u00f6ffentliches Gedenken verfolgen kann der, dass es sich selbst zuk\u00fcnftig \u00fcberfl\u00fcssig macht. Das bedeutet, dass sein Zweck sein muss, zu mahnen und zu verhindern, dass \u00e4hnliches noch einmal geschieht. Dazu geh\u00f6rt, den Tod der Personen, denen gedacht wird, als sinnlosen und vermeidbaren Tod \u2013 als Ungeheuerlichkeit \u2013 auszuweisen und die Bedingungen ihres Todes zu benennen. Es gilt also, herauszuarbeiten welche gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse und Bedingungen eine solche Tat erm\u00f6glicht und nicht verhindert haben und diese Verh\u00e4ltnisse zu kritisieren. Gerade in den herrschenden Formen des Gedenkens zeichnet sich der Charakter dieser gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse ab. Illegitimes, falsches Gedenken ist daran auszumachen, dass es die Bedingungen und Verh\u00e4ltnisse, die die Tat erm\u00f6glicht haben gerade nicht thematisiert oder aber so thematisiert, dass die Aufrechterhaltung eines positiven Selbstbildes nicht in Frage gestellt wird. Dieses positive Selbstbild ist zum Beispiel die nationale Erz\u00e4hlung von den wieder gut gewordenen Deutschen, die den Zivilisationsbruch Auschwitz weltmeisterlich aufgearbeitet und damit endlich \u00fcberwunden haben. Es ist zum Beispiel auch die Vorstellung, Rassismus existiere lediglich als individuelle Entscheidung und nicht als strukturelles Problem. Diese Selbstvergewisserungen und moralischen Absicherungen tragen zu nichts anderem bei, als der Verschleierung und so der Reproduktion der gewaltf\u00f6rmigen Verh\u00e4ltnisse.<br>Kritisches Gedenken muss also immer auch Kritik des Gedenkens sein. Dabei scheint uns entscheidend, die eigene Praxis des Gedenkens nie von dieser Kritik auszunehmen. Kritisches Gedenken muss sich schon der Form nach gegen das falsche, illegitime Gedenken richten. Es kann nur als Selbstverunsicherung gedacht werden. Damit steht es in fundamentaler Opposition zu kollektiver Selbstvergewisserung auf jeglicher Ebene.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Diese Konzeption m\u00f6chten wir in zweierlei Hinsicht auf unsere eigene Gedenkpraxis anwenden. Erstens wollen wir in Form einer relativ niedrigschwellig zug\u00e4nglichen Brosch\u00fcre, eines Internetauftritts und von Ausstellungen das Attentat und seine Bedeutung aus verschiedensten Perspektiven beleuchten.<br>Dazu geh\u00f6rt die Analyse und Kritik der historischen und aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus, sowie rechter Strukturen, also den konkreten T\u00e4terInnen und Unterst\u00fctzerInnen. Dar\u00fcber hinaus die Auseinandersetzung mit staatlichen Strukturen, deren Verstrickungen in die Tat und ihrer Rolle im Nachgang, sowohl was die Interpretation, als auch was die Aufkl\u00e4rung der Tat betrifft und mit offiziellem Gedenken, das der nationalen Selbstbest\u00e4tigung verpflichtet ist. Dementgegen m\u00f6chten wir eine kritische Deutung der Tat und ihrer Bedingungen setzen.<br>Zweitens m\u00f6chten wir unsere \u00dcberlegungen im Sinne der Selbstverunsicherung zur Diskussion stellen und mit m\u00f6glichst vielen anderen Initiativen kritischen Gedenkens solidarisch diskutieren. Auf dem Flyer mit unseren Thesen findet ihr eine Kontaktm\u00f6glichkeit, um mit uns in den Austausch zu treten.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Wenn es uns allerdings ernst ist mit dem reflexiven Gedenken, und somit dem Ansatz, dass es sich selbst \u00fcberfl\u00fcssig machen soll, darf sich politische Arbeit nicht auf diese Praxis allein beschr\u00e4nken. Sonst besteht die Gefahr, dass dieser bereits in einem moralischen Spannungsfeld stehende Akt zu einem Ritual in einer gewaltt\u00e4tigen Realit\u00e4t verkommt. Wir sollten auch die Anschl\u00e4ge und Morde der letzten Zeit, die eine rassistische Tatmotivation nahe legen, betrachten und zum Gegenstand des Mahnens und Gedenkens machen. Gleichzeitig k\u00f6nnen wir nicht beim Mahnen und Gedenken stehen bleiben, denn das alleine wird Neonazis und andere Rassist_innen und Antisemit_innen nicht vom Morden abhalten. Mit der Vervielfachung von Gewalttaten in den letzten Jahren m\u00fcssen wir auch konkret den deutschen T\u00e4terinnen entgegentreten, uns solidarisch mit den potentiell Betroffenen zeigen und der Verharmlosung und Relativierung solcher Taten durch Parteien, Medien und Polizei entgegenstellen. Der R\u00fcckhalt den die T\u00e4ter erfahren, muss gebrochen werden. Letzten Endes bedeutet all dies den Ideologien und realen Gebilden dieser gewaltvollen Gesellschaft eine Absage zu erteilen. Nur ein menschenw\u00fcrdiger Zustand kann die Notwendigkeit des Gedenkens aufheben.<\/p> <p style=\"text-align: justify;\">Kein Vergeben, kein Vergessen &#8211; nie wieder Deutschland!&#8220;<\/p>  <\/details>  <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Gedenken an Shlomo Lewin und Frida Poeschke.Rechten Terror erinnern und bek\u00e4mpfen! Samstag, 20.12.2025, 18:30 UhrHugenottenplatz, Erlangen 45 Jahre ohne Frida Poeschke und Shlomo Lewin. Am 19. Dezember 1980 wurden die beiden aus antisemitischen Motiven in Erlangen ermordet. Der T\u00e4ter: Burschenschafter und Mitglied der neonazistischen Wehrsportgruppe Hoffmann. Die Ermittlungsbeh\u00f6rden zogen einen antisemitischen Hintergrund lange Zeit<span class=\"post-excerpt-end\">&hellip;<\/span><\/p>\n<p class=\"more-link\"><a href=\"https:\/\/kritischesgedenken.de\/\" class=\"themebutton\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-36","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/36","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=36"}],"version-history":[{"count":259,"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/36\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":647,"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/36\/revisions\/647"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kritischesgedenken.de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}